Tutorial2

International
Hold'em

Texas Hold'em Mechanik — aber nicht gegen andere Spieler, sondern gegen den Dealer. Mit 2,16 % Hausvorteil einer der günstigeren Kasino-Tischspiele.

2,16 % Hausvorteil
bei optimaler Strategie
International Hold'em – Casino-Pokertisch mit Community Cards nach dem Flop

Was ist International Hold'em?

International Hold'em — auch als Casino Hold'em bekannt — ist ein Kasinospiel, das 2000 von Stephen Au-Yeung entwickelt wurde. Es basiert auf den Regeln des Texas Hold'em, wird jedoch gegen das Haus (Dealer) gespielt statt gegen andere Spieler.

Beide Seiten erhalten zwei Hole Cards und nutzen fünf gemeinsame Community Cards. Die beste 5-Karten-Hand aus den insgesamt sieben Karten gewinnt — identisch mit der Handrangfolge des klassischen Texas Hold'em.

Spielablauf

Spieler setzt Ante-Pflichtbet. Optional: AA Bonus-Wette (Zahlt, wenn Spieler plus Dealer kombiniert ein Paar Asse oder besser halten).

Spieler und Dealer erhalten je 2 verdeckte Hole Cards. Der Dealer-Karten bleiben während dieser Phase verdeckt.

Drei Community Cards werden aufgedeckt. Der Spieler sieht nun 5 von 7 relevanten Karten. Entscheidung: Call (2× Ante) oder Fold (Ante verloren).

Vierte und fünfte Community Card werden aufgedeckt. Kein weiteres Handeln — die Entscheidung fiel am Flop.

Dealer deckt Hole Cards auf. Dealer qualifiziert mit Paar der Vieren (44) oder besser. Qualifiziert nicht: Ante 1:1, Call-Bet zurück. Qualifiziert und Spieler gewinnt: Ante und Call nach Tabelle.

Strategie: Wann Call, wann Fold?

Die Entscheidung fällt ausschließlich nach dem Flop — mit Kenntnis von 5 der 7 relevanten Karten (eigene 2 Hole Cards + 3 Flop-Karten). Die optimale Strategie ist komplex, lässt sich aber auf praktische Faustregeln reduzieren:

Immer Call Paar oder besser auf dem Board oder in Kombination mit eigenen Karten. Flush-Draw (4 Karten zur gleichen Farbe). Straight-Draw mit offenen Enden.
Call empfohlen Overcards zur Board-Texture (eigene Karten schlagen alle Board-Karten). Gutshot-Straight-Draw mit Overcards. Ace-High oder King-High als stärkste Karte.
Fold erwägen Sehr schwache Hand: keine Draws, keine Paare, nur Low Cards ohne Verbindung zum Board. Typisch: Hand mit weniger als 60 % Gewinnwahrscheinlichkeit gegenüber durchschnittlicher Dealer-Hand.

In der Praxis ist Call in etwa 82 % aller Situationen die korrekte Entscheidung. Das Fold-Signal ist selten — nur bei wirklich hoffnungslosen Händen ohne jegliche Verbesserungsmöglichkeit.

Auszahlungstabelle

Hand (Spieler gewinnt) Ante-Auszahlung Call-Auszahlung
Royal Flush 100:1 1:1
Straight Flush 20:1 1:1
Vierling 10:1 1:1
Full House 3:1 1:1
Flush 2:1 1:1
Straße 1:1 1:1
Paar bis High Card 1:1 1:1

AA Bonus-Wette

Die AA Bonus-Wette zahlt, wenn die kombinierte Hand aus Spieler- und Dealer-Hole-Cards ein Paar Asse oder besser ergibt. Die Auszahlungen sind unabhängig vom Spielausgang:

Royal Flush (Spieler-Karten) 100:1 Straight Flush (Spieler-Karten) 50:1 Vierling (Spieler-Karten) 40:1 Full House (5 Karten) 30:1 Flush (5 Karten) 20:1 Straße (5 Karten) 7:1 Drei Asse 7:1 Paar Asse 7:1

Vergleich mit Texas Hold'em

Eigenschaft Texas Hold'em International Hold'em
Gegner Andere Spieler Dealer (Haus)
Setzrunden 4 (Pre/Flop/Turn/River) 2 (Ante + Call am Flop)
Bluff möglich Ja Nein
Position relevant Zentral Irrelevant
Hausvorteil Rake (indirekt) ~2,16 %
Entscheidungen Viele (jede Runde) Eine (am Flop)

Warum die Entscheidung nur am Flop fällt

Die strategische Besonderheit von International Hold'em ist, dass der Spieler seine einzige Entscheidung trifft, nachdem bereits fünf der sieben relevanten Karten bekannt sind — die zwei eigenen Hole Cards und die drei Flop-Karten. Dadurch ist die Hand bereits zu großen Teilen determiniert, und die Unsicherheit beschränkt sich auf Turn und River sowie die zwei verdeckten Dealer-Karten.

Dieser hohe Informationsgrad ist der Grund für den niedrigen Hausvorteil: Anders als beim Caribbean Stud, wo die Entscheidung nach Ansicht nur einer Dealer-Karte fällt, kann der Spieler hier eine fundierte Einschätzung über die relative Handstärke treffen. Da ein Fold den Ante-Einsatz unwiderruflich kostet, der Call dagegen die Chance auf vier Auszahlungsstufen wahrt, kippt die Erwartung in den meisten Fällen zugunsten des Weiterspielens.

Wer fünf von sieben Karten kennt, trifft keine Wette ins Blaue mehr, sondern eine Bewertung — genau das macht International Hold'em mathematisch günstiger als die meisten anderen Poker-Varianten gegen das Haus.

Bankroll und Seitenwetten

Da der Call stets das Doppelte des Ante beträgt, sollte das eingeplante Budget pro Hand mindestens das Dreifache des Ante-Einsatzes abdecken. Seitenwetten wie der AA-Bonus erhöhen die Varianz und den effektiven Hausvorteil; sie sind als Unterhaltungselement gedacht und nicht als Mittel zur Verbesserung der langfristigen Erwartung. Mathematisch bleibt die schlanke Spielweise — Ante, korrekte Call/Fold- Entscheidung, keine Seitenwette — die effizienteste Form, International Hold'em zu spielen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen International Hold’em und Texas Hold’em?
International Hold’em — auch Casino Hold’em genannt — übernimmt die Kartenmechanik des Texas Hold’em, wird aber gegen den Dealer statt gegen andere Spieler gespielt. Es gibt keine Blinds, kein Bluffen und keine Position; die einzige Entscheidung fällt nach dem Flop zwischen Call und Fold. Der Hausvorteil liegt bei optimaler Spielweise bei rund 2,16 %.
Wann qualifiziert sich der Dealer bei International Hold’em?
Der Dealer qualifiziert sich, wenn seine beste Fünf-Karten-Hand mindestens ein Paar Vieren (44) erreicht. Qualifiziert er nicht, zahlt der Ante-Einsatz 1:1 und der Call-Einsatz wird unverändert zurückgegeben. Qualifiziert er und der Spieler gewinnt, werden Ante nach Auszahlungstabelle und Call jeweils 1:1 ausgezahlt.
Wie hoch ist der Hausvorteil bei International Hold’em?
Bei korrekter Call/Fold-Strategie beträgt der Hausvorteil etwa 2,16 % bezogen auf den Ante-Einsatz. Damit gehört das Spiel zu den günstigeren Kasino-Tischspielen und liegt deutlich unter Caribbean Stud (rund 5,22 %), aber über Blackjack mit Basisstrategie.
In wie vielen Situationen ist Call die richtige Entscheidung?
Da die Hand erst nach dem Flop bewertet wird und der Spieler bereits fünf der sieben relevanten Karten kennt, ist Call in etwa 82 % aller Situationen korrekt. Fold ist nur bei wirklich aussichtslosen Händen ohne Paar, ohne Draw und ohne Overcards die bessere Wahl.
Lohnt sich die AA-Bonus-Wette?
Die AA-Bonus-Wette zahlt unabhängig vom Spielausgang, wenn die kombinierte Hand aus Spieler- und Dealer-Karten mindestens ein Paar Asse ergibt. Wie die meisten Seitenwetten besitzt sie einen höheren Hausvorteil als die Hauptwette und ist mathematisch eine schwächere Wahl, auch wenn sie hohe Einzelauszahlungen bis 100:1 bietet.